Splendid Shades of Wonder

Splendid Shades of Wonder
( Welsh Cob D, Stkm. 1,45, *1995)

Als ich dann unsere Laureen zum Hengst, Unicorn Viscount von Josef Kalvelage, brachte, sah ich Wonder zu ersten Mal.

Eine sehr hübsche 5jährige, ca. 1,45 große Rappstute, mit sehr weiblichem Ausdruck,einem schicken Köpfchen, einem großen weißen Stern, schönen großen Augen und einem Gangwerk welches keine Wünsche übrig ließ.
Sofort von Ihrem Ausdruck überzeugt, fragte ich ob sie denn wohl zum Verkauf steht. Josef Kalvelage sagte "Ne ne ne, die bekommst du nicht". Ich meinte nur, "nah wir werden sehen".
Und tatsächlich, im Spätsommer 2001, kam diese hübsche Maus zu uns.
Sie sollte ebenfalls trächtig sein. Zu Josef Kalvelage kam sie zur Korrektur, sie war bis dahin nur Gefahren worden.
Wie die Welsh nun mal so sind, war sie Anfangs sehr zurückhaltend und distanziert und da wir davon ausgegangen sind, das sie trächtig ist, haben wir auch wenig mit Ihr gemacht, nur Putzen, Wellness und Spazierengänge.
Sie veränderte sich...In der Herde wurde sie sehr Dominant und entwickelte Hengstmanieren, bishin zum Aufsetzen auf Rossige Stuten.
Wir haben dann im Herbst lieber nochmal durch einen Tierarzt die Trächtigkeit untersuchen lassen.
Ergebniss....nicht Trächtig, dafür hatte sie einen Tumor am Eierstock, welcher Testosteron ausschüttete.
Daher dann auch ihr Verhalten...
Also ab in die Klinik, der Tumor muss raus...
Dazu musste ein ca. 40cm langer Schnitt in der Flanke gemacht werden, dananch 6 Wochen Boxenhaft, gefolgt von nur Stundnenweise raus ohne Toben.
Es ist alles gut gelaufen, ohne Komlplikationen, aber...
In der Klinik gab es einen Moment der sich in mein Gehirn eingebrannt hat.
Es war der moment, als sie aus der OP kam und ich sie in der Aufwachbox sah...nie zuvor hatte ich ein Pferd so gesehen.
Sie war verwirrt, hatte Angst, war hilflos....es war furchtbar für mich sie so zu sehen, andererseits war es das erste mal das ich das Gefühl hatte, die äußere Erscheinung ist gänzlich ausgeblendet, Ihre Not und Angst war für sie schlimm, mich hat das förmlich überrollt.
Als sie erkannte das ich da bin stellte sie sich zu mir, ich hatte das Gefühl sie sagt" bring mich bitte nach Hause".
Ich hatte unzähliche schlaflose Nächte, dieses Bild wollte einfach nicht aus meinem Kopf.

10Tage musste sie bleiben, ich war jeden Tag bei Ihr. Oft stand oder saß ich nur bei Ihr und es schlich sich ein, das ich für sie atmete. Sie war immer sehr nervös wenn ich zu ihr kam und das einzige was half war, die Augen zu schließen, loszulassen und sich nur auf die Atmung zu konzentrieren. Nach kurzer Zeit übernahm sie dies und wir atmeten Synchron, das war eine tolle Erfahrung und diese Übung diente uns in der Zukunft immer wieder, auch bei Laureen war das eine super Übung, um sie bei Stress zu beruhigen.

Loslassen! stellte sich für mich später als ein Schlüssel für die Lösung der meisten Probleme dar, dicht gefolgt von Kontrolle abgeben! und zuletzt Vertrauen!, vor allem Selbstvertrauen haben und Vertrauen schenken!

Ich war selber zu der Zeit im 9 Monat schwanger und bin natürlich immer schön alleine da hin gefahren.
Da waren die Klinik Mitarbeiter nicht immer sehr glücklich mit, aber ich konnte und wollte Wonder da nicht "zurücklassen", schließlich war es das einzige was ich für sie tun konnte..
Als sie wieder zu Hause und körperlich sowie geistig auskuriert war, wollten wir mit der Ausbildung zum Reitpferdchen beginnen.
Dabei stellten wir dann fest, das das Mäuschen ganz schlechte Erfahrungen mit dem Gebiss und Schema F gemacht hat.
Sie rannte unter dem Reiter weg, die Schenkel waren ihr unangenehm,  das war aber im Verhältnis zu Laureen fast ein Spaziergang.
Daran haben wir immer mit Ruhe und viel Stimmhilfe gearbeitet.

Am schlimmsten war jedoch das Gebiss.....
Ich habe grundsätzlich nur weiche Ausbildungsgebisse verwendet aber sobald nur die leichteste Verbindung zustande kam, schlug sie wie eine Verrückte immer wieder gegen das Gebiss, manchmal so lange das ihre Maulspalten Wund und Blutig waren. Sie war dann wie in einem Wahn, man konnte sie auch nicht ablenken oder stoppen, sie musste es loswerden.
Wenn es so ausartete, gabe es natürlich einen Gebisspause und wir haben nur mir Knotenhalfter weitergearbeitet.
Trotzdem sollte sie das ja lernen das es nicht schlimm sein muss, deshalb haben wir damals mit einem merotischem Ledergebiss gearbeitet und die ungefähr 6 Monate nur im Maul liegen gehabt, alles weitere haben wir über das Halfter erarbeitet, so haben wir die Problematik allmählig in den Griff bekommen.

Als die kleine Maus nach ca 2 Jahren soweit zu sich gefunden hat, das sie ein verlässlicher und motivierter Freizeitpartner geworden war, haben wir dann den passenden Menschen für Sie gesucht.
Diese Suche ist nicht immer einfach und meistens auch langwierig, aber alles andere kann ich mit meinem Gewissen und mit meiner Verantwortung einfach nicht durchziehen.
Schlussendlich haben wir ein schönes neues zu Hause gefunden und unser gemeinsamer 3 jähriger Weg endete.









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